Kurz und Knapp


Intelligente Kontaktlinsen bieten eine sehr interessante Möglichkeit der Gesundheitsüberwachung.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet war der Erste, der an einer digitalen Kontaktlinse für Diabetiker forschte. Die Bemühungen wurden allerdings im Jahr 2018 für gescheitert erklärt. Im April 2020 veröffentlichte dagegen eine Forschergruppe an der Universität Pohang eindrucksvolle Ergebnisse.
"Der in die Kontaktlinse integrierte Biosensor misst den Zuckergehalt der Tränenflüssigkeit mithilfe eines Hydrogels, das bei Reaktion mit Zucker seine Leitfähigkeit ändern. Diese Veränderungen werden von zwei Platinelektroden registriert, vom Mikrochip ausgewertet und übermittelt", berichtet Wissenschaft.de.  Zusätzlich beinhaltet die Linse eine Medikamentendosis, die mit einem hauchdünnen Goldfilm auf der Linse fixiert ist. Ein schwaches elektrisches Signal aus dem Mikrochip löst das Gold auf und setzt so den Wirkstoff Genistein frei. All diese Technik ist winzig klein und auf dem Rand der Kontaktlinse platziert.
Die Linsen wurden erfolgreich bei diabetischen Kaninchen unter Laborbedingungen getestet und müssen sich im nächsten Schritt bei Menschen bewähren. Die Originalstudie ist hier zu finden: https://advances.sciencemag.org/content/6/17/eaba3252


Eine Studie aus Norfolk, England, konnte im letzten November sehr schön zeigen, dass das Risiko einer Diabetes Typ-2 Erkrankung um bis zu 40 Prozent sinkt, wenn Risikopatienten auch nur eine kleine Gewichtsabnahme (durchschnittlich 3 kg über 2 Jahre) erreichten. Selbst minimale Änderungen ihres Lebensstils hatte somit einen messbaren Effekt (Samson et al., 2020, JAMA Intern Med.)
Also los, innerer Schweinehund, du musst dich nicht von exorbitanten Sportplänen abschrecken lassen! Auch kleine Schritte helfen. Immer!


Die ersten Haie gab es vor etwa 350 Millionen Jahren, weit vor den Dinosauriern. Dank des Menschen sind die meisten Arten innerhalb weniger Jahrzehnte nun vom Aussterben bedroht. Wer ist hier noch mal der Killer?

Eine aktuelle Studie im Fachmagazin Nature (Pacoureau et al., 2021) stellt einen dramatischen Rückgang der Hai- und Rochenvorkommen fest. Durch die immer noch anhaltende Überfischung der Meere wächst der Druck auf die großen Meeresbewohner. Inzwischen sind 3/4 der Arten vom Aussterben bedroht. Die Forscher fordern dringende Fangbeschränkungen, damit der Zusammenbruch noch verhindert werden kann.


Der menschliche Darm ist eines der vielfältigsten Ökosysteme der Welt. Hier leben Hunderte unterschiedlicher Arten interagierend miteinander. Die Auswirkung dieses Miteinanders steht immer mehr im Fokus mikrobiologischer Forschung, da sie offensichtlich weitreichende Wirkung auf unsere Gesundheit und sogar unser Verhalten hat. Mit zunehmender Industrialisierung und der Abwanderung von Menschen in Städte nahm und nimmt die Vielfalt der Darmbewohner drastisch ab. Einige Zivilisationskrankheiten wie Typ II Diabetes, chronische Darmentzündung oder Fettleibigkeit stehen im starken Verdacht, mit dieser veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien in Zusammenhang zu stehen. Vielleicht sind es am Ende weit mehr.

Um die die potentielle gesundheitliche Wirkung dieser rückläufigen Mikroben zu erhalten und weiter zu untersuchen, wurde eine Initiative gegründet, die finanziell und politisch unabhängig nun Darmbakterien aus allen Teilen der Welt untersucht und sammelt. Man könnte sagen, es handelt sich um die weltweit größte Sammlung von Stuhlproben, aber dahinter steckt dann doch einiges mehr. Vielleicht ein wichtiger Schlüssel für die Gesundheit zukünftiger Generationen.

In einer Studie der spanischen Universität Rey Juan Carlos befragten Wissenschaftler europaweit 96.000 Menschen zu ihrer täglichen Sitzdauer. Dabei betrachteten sie viereinhalb Stunden als Schwellenwert, ab dem bestimmte Gesundheitsrisiken steigen. Demnach sitzen über die Hälfte aller Befragten zu lange.
Die zunehmende Passivität führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass die Menschen bei der Arbeit und auch in der Freizeit immer mehr mit Technologien interagieren, die keine Bewegung erfordert. Dabei sei das viele Sitzen ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten, wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs, schreiben die Forscher.
Um die negativen Folgen zu reduzieren ist es ratsam, zwischendurch öfters mal aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Am besten an der frischen Luft.

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts in Rehovot, schätzten die Biomasse unseres Planeten, also das Gewicht sämtlicher Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen, auf stolze 550 Gigatonnen, also 550 Milliarden Tonnen.

Nur etwa 0,06 Gigatonnen davon entfallen auf den Menschen. Etwa derselbe Wert ergab sich für Krill und Termiten.

Dabei halte ich Krill und Termiten für ökologisch bedeutsamer.


In einer Studie der Universitäten Jena und Kassel begleiteten Psychologen 245 Paare und befragten die Partner regelmäßig allein nach der Zufriedenheit mit der Beziehung und untersuchten neurotische Tendenzen wie Angst, Unsicherheit oder Pessimismus.

So konnten die Forscher zeigen, dass eine lange und glückliche Beziehung zu einer Veränderung von Denkstrukturen führt. Wir sind also nicht nur einfach glücklich verliebt, sondern betrachten uns und unsere Umwelt nachhaltig positiver.


Die Larven von Florfliegen vertilgen Unmengen an Blattläusen und werden daher in ökologischen Gärten häufig als Nützlinge gegen starken Befall verwendet. Umgangssprachlich werden sie auch als Blattlauslöwen bezeichnet. Sie besitzen große zangenartige Mundwerkzeuge, mit denen sie ihre Beute festhalten, bis sie sie ausgesaugt haben.

Wie auch Marienkäferlarven, können die jungen Florfliegen in zahlreichen Online-Shops erworben werden. Aber nicht wundern, wenn die kleinen plötzlich scheinbar verschwunden sind. An ihre hakenartigen Borsten packen sie so ziemlich alles, was sie finden können, um sich zu tarnen.
Unter einem laufenden Dreckklumpen könnte sich also eine Florfliegenlarve verstecken. Tu ihr nichts, sie möchte nur deine Blattläuse fressen.


Metamorphopsie ist eine subjektive Sehstörung mit verzerrter Wahrnehmung der Umwelt. Ursache können Augenerkrankungen, neurologische oder psychische Erkrankungen sein. Die Störung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Objekte werden in falscher Größe oder Farbe erkannt oder erscheinen generell verzerrt. Das Corona-Phänomen ist nur eine Form der Metamorphopsie.

 

Aktuell lässt sich der Begriff allerdings auch ganz anders einordnen. In diesem Sinne: Achtsam bleiben, Abstand halten und wenn nötig Maske tragen!


Die Dosis macht das Gift, sogar bei Obst.

Bananen enthalten relativ große Mengen Kalium, weswegen grundsätzlich nicht viel mehr als schätzungsweise 100 (etwa 12 kg) von ihnen pro Tag gegessen werden sollten. Diese Menge an aufgenommenem Kalium würde dafür sorgen, dass das Herz aufhört zu schlagen.

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum Banannen sooooooooo gefährlich sind, denn sie sind außerdem radioaktiv!

Kalium besitzt natürlicherweise eine geringe natürliche Strahlung und bringt eine einzelne Banane auf etwa 1 µSv. Schon 10 Sv reichen allerdings aus, um innerhalb weniger Tage an den Folgen der Strahlung zu versterben. Um diese Dosis zu erreichen, müsste ein erwachsener Mensch etwa 10.000 Bananen auf einmal essen.


Im Vakuum bewegt sich ein Photon mit etwa 300.000km/s und hat damit die Distanz von der Sonne bis zur Erde, die gemittelt bei etwa 150 Millionen Kilometer liegt, ratzfatz überwunden.

Stößt dieses Photon aber auf ein Hindernis in Form eines Teilchens, wird es umgelenkt und ändert seine Richtung. Innerhalb der Sonne ist die Teilchendichte so hoch, das ein Photon sich nur den Bruchteil eines Millimeters uneingeschränkt in eine Richtung bewegen kann, bevor es wieder abgelenkt wird. Auf diese Weise schießt es viele Tausend Jahre wie eine Flipperkugel durch die Sonne, bis es irgendwann zufällig hinaus gelangt und seinen Weg durch das All ungehindert fortsetzten kann.

Zum Vergleich: Der Durchmesser der Sonne liegt bei 1,4 Millionen Kilometer. Eindeutig der größte Flipper unserer Galaxie.

 


Eine in 2017 veröffentlichte Studie fand diese erstaunliche (aber logische) Korrelation über dem Ozean. Nun wird untersucht, ob es auch an Land zutrifft.

Für die Studie wurden an der Universität von Washington weltweit auftretende Blitze von 2005 bis 2016 ausgewertet. Festgehalten wurden diese durch ein Netzwerk von Blitzsensoren.

"Das ist eines der eindeutigsten Beispiele dafür, wie der Mensch die Intensität von Gewitterprozessen auf der Erde durch die Emission von Feinstaub verändert", so die Forscher. Sie gehen davon aus, dass es an Land ähnlich ist, die Daten stehen aber noch aus.


Savants sind Menschen mit außergewöhnlichen Inselbegabungen bei gleichzeitiger kognitiver Behinderung. Etwa die Hälfte aller Savants sind Autisten. Sie können Tausende Bücher rezitieren, Instrumente spielen, ohne auch nur einmal geübt zu haben oder aus dem Gedächtnis ganze Städte zeichnen. Aber wenn sie alleine in den Supermarkt gehen sollen, um Milch zu kaufen, sind sie überfordert und schaffen es nicht.

Inselbegabungen können aber auch im Laufe des Lebens plötzlich auftreten, z.B. durch eine Demenz, oder, wie im Fall vor Orlando Serrell durch einen Unfall. Seit 1979 behält er jedes kleinste Detail in seinem Gedächtnis, nix wird gelöscht. Warum das so ist, konnte bisher nicht herausgefunden werden.

Der Schlag auf den Kopf war übrigens recht unspektakulär. Er war zwar wohl kurz bewusstlos, hatte aber nur eine Beule. Er war bei keinem Arzt und erzählte es nicht mal zu Hause.


In einer Studie der University of Nebraska-Lincoln wurde das Jagdverhalten dieser Spinne, die fast auf der gesamten Südhalbkugel vorkommt, genaustens untersucht.
In der Nacht hängt sie sich an einen Faden kurz über den Boden und lauert. Zwischen ihren Vorderbeinen hält sie ihr quadratisches Wurfnetz. So hängend fängt sie kleine Fluginsekten, die dicht vorbei fliegen und sich gut gegen den Nachthimmel abzeichnen. Diese Beute nimmt die Spinne hauptsächlich mit ihren 6 kleinen Punktaugen wahr.
Die wirklich fette Beute fängt die Spinne aber auf dem Boden unter ihr. Um diese in der Dunkelheit zu erkennen, benötigt die Wurfnetzspinne die zwei sehr lichtempfindlichen Glupschaugen.

Werden diese beiden Augen "verbunden", fängt die Spinne nur kleine Fluginsekten. Die Insekten auf dem dunklen Boden bleiben ihr verborgen.


Tierversuche sind ein oft sehr emotional diskutiertes Thema. Es geht um das Abwägen von Nutzen und seinem Preis.

Eine Studie aus Israel offenbart, was in Zukunft möglich sein könnte. Eine Querschnittlähmung könnte heilbar sein und vielleicht irgendwann einmal genauso leicht zu behandeln sein wie heute ein gebrochener Arm.

Versuche in der Grundlagenforschung zeigten uns, was Stammzellen sind und helfen uns, dass enorme Potential, das in ihnen steckt, genauer zu erkunden. Sehr viele Projekte weltweit befassen sich heute mit ihrem Einsatz in der Medizin. Das Ganze ist ohne den Einsatz von Versuchstieren oftmals nicht möglich.

Tierversuche sind gesetzlich sehr gut geregelt. Innerhalb der EU, der USA und zunehmend auch weltweit werden sie stark kontrolliert und müssen einzeln genehmigt werden. Dabei geht es stets um die Frage der Notwendigkeit und um die Reduktion des zumutbaren Leids der Tiere.


Vor allen Dingen Mohrenmakis haben dieses besondere Wechselspiel zwischen Drogenkonsum und Insektenschutz für sich entdeckt. Und dann hängen sie da in den Ästen und Baumgabelungen Madagaskars...

Verschiedene Stoffe im Gift der Tausendfüßler veranlassen den Lemuren, mehr Speichel zu bilden. Den reibt er dann samt dem Gift in sein Fell. Das Gemisch hält Moskitos fern. Der Rausch, der durch das enthaltende Zyanid ausgelöst wird, ist eigentlich nur ein Nebeneffekt. Forscher gehen davon aus, dass dieses Verhalten von evolutivem Vorteil ist. Bereits bei Kapuzineräffchen wurde ein ähnliches Verhalten beobachtet. Die im Zyanid enthaltenen Benzochinone vertreiben Moskitos und schützen so effizient vor Malaria.


Schokolade aktiviert im Gehirn das Belohnungssystem und wirkt wie eine leichte Droge. Kakao enthält vergleichsweise große Mengen der Aminosäure Tryptophan, die im Körper in Serotonin umgewandelt werden kann. Serotonin wird umgangssprachlich als "Glückshormon" bezeichnet und wirkt stimmungsaufhellend und entspannend.

Natürlich sind die Mengen, die durch Schokolade gebildet werden, gering und das ständige Futtern von tonnenweise Schokolade mehr als ungesund, doch eine stete niedrige Dosis kann die Lebensqualität durchaus verbessern.


In einer Studie aus den USA wurden Daten von über 60 000 Probanden ausgewertet. Der Effekt sei klein, aber äußerst stabil, so die Forscher. Interessant ist auch, dass offensichtlich nicht nur genetische Faktoren eine Rolle spielen, was sehr schön veranschaulicht, wie wichtig intakte Pflege- oder Adoptivfamilien für die Persönlichkeitsentwicklung eines ggf. traumatisierten Kindes sind.


Schon in den 1950er-Jahren wurde versucht, mit Viren gegen Hirntumore vorzugehen, allerdings wurden stets auch andere Zellen infiziert. Zika zeigt jetzt erste Erfolge in Versuchen mit Mäusen.

Außerhalb einer Schwangerschaft bleibt eine Infektion mit dem Zika-Virus übrigens meist ohne Folgen und verläuft häufig sogar gänzlich symptomlos.